Station 6 - Die Orgel

Wir sehen hier die Orgel, / das größte Instrument, / das der Mensch seit vielen / hundert Jahren kennt. / Sie ist so liebevoll / und kompliziert erdacht, / weshalb der Orgelbauer / es uns leichter macht / wenn er sagt, man sollte / zum besseren Verstehn, / die Orgel einfach einmal / wie einen Körper sehn. / 

Die Haut ist das Gehäuse, / es schützt und hilft zugleich / die Resonanz zu geben - / der Klang wird voll und weich.

Das Gesicht der Orgel / nennt man den Prospekt, / dessen schöner Aufbau / das Innere verdeckt. / 

Am Spieltisch ist das Hirn / ausschließlich in Funktion, / hier gibt es die Impulse / für jeden neuen Ton. /  

Der Windmotor saugt ständig / die Luft, die nötig ist, / und die dann unter Druck / in alle Bälge fließt. / Er bringt dadurch das Leben / in das Instrument, / wie man es von der Lunge / in unserm Körper kennt. /  

Der Körper einer Orgel / besteht, wenn man so will, / aus eckig-flachen Kästen, / im Innern mit Ventil, auf denen wohlgeordnet / die vielen Pfeifen stehn, / von denen einen Teil nur / wir hier von außen sehn. / 

Register nennt der Fachmann / die Orgelpfeifenreihen - / ein ausgesprochenes Kunstwerk, / besonders für den Laien. /  

Und der, der dann die Orgel / zum Ertönen bringt, / und dem wir es verdanken, dass hier Musik erklingt, der denkt und fühlt sich ein / in dieses Instrument, / weshalb man ihn auch Seele / und Herz in einem nennt. / 

Wir haben eine Orgel / und dieses Instrument / hat einen großen Auftrag, / den jeder von uns kennt. /  

Regelmäßig hören / wir sie Sonntag früh, / da spielt im Gottesdienste / sie zur Liturgie. / Unserm Singen steht sie / immer hilfreich bei, / denn sie begleitet sicher / die schwerste Melodei! / 

Gehn dann nach Gebet / und Segen wir hinaus, / geleiten ihre Klänge / uns auf dem Weg nach Haus. / Sie spielt für die Gemeinde / in Freude und in Leid: / Für das kleine Kind / im weißen Täuflingskleid, / für den Konfirmanden / und am Traualtar, / für Junge und für Alte / und manchen Jubilar. / 

Sie tröstet, wenn die Nachricht / vom Tode uns erreicht / und traurige Gedanken / werden durch sie leicht. / Sie spielt zu unsrer Freude, / wenn ein Konzert erklingt, / und sie uns große Meister / dadurch näher bringt. / 

Doch – und vor allen Dingen / spielt sie jahrein, jahraus, / zu Lob und Ehre Gottes / in diesem Gotteshaus. /

Text: Luise Wiesheu

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