3. Station - Der Hochzeitsstein

Hier sehen Sie den Hochzeitsstein, auch Chuppastein genannt. Er stammt noch aus der Zeit, als dieses Haus eine jüdische Synagoge war. 

Ursprünglich war er im Freien, an der Außenmauer angebracht. Vor fünfzig Jahren hat man ihn ins Innere verlegt. Er trägt die Jahreszahl 1 7 2 1. In diesem Jahr, also vor 280 Jahren, haben jüdische Männer und Frauen aus Höchberg dieses Gotteshaus gebaut. 

Wenn ein junger Mann eine junge Frau geheiratet hat und sie beide von dem Rabbiner hier getraut wurden, hat der Bräutigam ein Glas an dem Stein zerschlagen.

Warum hat er das gemacht? 

Weil Scherben angeblich Glück bringen? 

Nein, weil die Juden sich selbst bei einer fröhlichen Hochzeitsfeier an etwas erinnern wollten, was ihnen ganz arg wehgetan hat, nämlich die Zerstörung der heiligen Stadt Jerusalem. Das war vor zweitausend Jahren. Aber vergessen konnte man das nie. 

In den Stein ist ein Spruch aus der Bibel in hebräischen Buchstaben eingemeißelt: 

„Stimme der Freude, Stimme des Jubels, Stimme des Bräutigams, Stimme der Braut.“ 

Hatten beide geheiratet – unter einer Chuppa, einem Baldachin – wünschte die Gemeinde dem jungen Paar „MAZEL TOV“, das heißt auf deutsch „Viel Glück“.

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