Die Glocke II

590 kg schwer, 97 cm Durchmesser, das sind die Maße der neuen „Glocke II“, die zusammen mit zwei weiteren in einem feierlichen Gottesdienst am Reformationstag in Penzlin geweiht wurde. Mit vier Gemeindegliedern war unsere Gemeinde bei diesem besonderen Anlass vertreten.

„Unsere“ Glocke wird die Glocke II dadurch, dass die Penzliner Gemeinde sie der Partnerschaft mit St. Matthäus gewidmet hat, so wie die beiden anderen Glocken  Partnerschaften in Rumänien und Holland dokumentieren. 

Jedes Mal, wenn der mächtige Bronzeton erklingt, zur Viertel-, halben und ganzen Stunde, zum Gebets- und Gottesdienstläuten, schwingt die Erinnerung an die Verbindung zwischen den beiden Kirchengemeinden mit. Mit dem Vers, der auf der Glocke zu lesen ist, wird auch das Fundament dieser Beziehung benannt: „Pflüget ein Neues, solange es Zeit ist, den Herrn zu suchen“ (Hosea 10, 12). Hier wie dort geht es darum, sich immer wieder neu auf Gott auszurichten, den Boden für das Evangelium zu bereiten und daraus Leben und Erfahrungen zu teilen. 

Die von Pastor Reincke gleich im Eingangsteil des Gottesdienstes zitierte erste der 95 Thesen gibt im Grunde genau dieses Anliegen wider: Unser Herr Jesus Christus will, dass unser ganzes Leben Neuausrichtung sei. Dieser Grundton begleitete den ganzen fröhlichen, festlichen Gottesdienst in der vollbesetzten St. Marienkirche, an dem auch Pastoren, Pastorinnen und Ehrenamtliche aus Penzlin,  den Nachbargemeinden und der rumänischen Partnergemeinde mitwirkten. Die Evangeliumslesung in den verschiedenen Sprachen, die Grüße aus allen Partnergemeinden und das feierliche Abendmahl machten die Ausrichtung auf die gemeinsame Mitte, Christus, erlebbar.

An den Gottesdienst schloss sich ein reich mit Kuchen und Torten ausgestatteter Kirchenkaffee in der beeindruckenden alten Backsteinkirche an. Die Gespräche kamen schnell auf das, was die Gemeinden gemeinsam haben: die Mühen, eine Baugenehmigung für die Gemeindehausrenovierung zu bekommen, die Suche nach passenden Angeboten für Familien mit kleineren und größeren Kindern, das Leben als Christen in einer Umgebung, in der Glaube nicht (mehr) selbstverständlich ist. Die „Höchberg-Glocke“ wird so zum Mutmacher: hier wie dort sind Menschen unterwegs auf dem Weg des Glaubens, mit allem Schönen, mit allen Problemen, jeder an seinem Ort, aber keiner für sich alleine.

Beim abendlichen Beisammensein in der Penzliner Burg wurde der Austausch von Briefen zum Verlesen in den Gottesdiensten am 1. Advent vereinbart.

Text: Antje Biller