Seit September 2012 hat sich unser Kinderhaus erweitert. Eine Waldgruppe ist entstanden. 

Was ist zu tun, wenn die Natur aus dem alltäglichen Leben der Kinder  immer mehr verschwindet, wenn Medien und Konsumwelt unsere grundlegende Abhängigkeit von der Natur und ihren Ressourcen überdecken und dieser Naturbezug von Kindern von einem Bambi-Syndrom geprägt ist, das die nachhaltige Nutzung von Bäumen, Pflanzen und Tieren verurteilt, weil Kinder immer weniger Herkunft und Verarbeitungsprozesse der Lebensmittel erfahren können? 

Natur als Kulisse, Ernährung aus dem Supermarkt, Verhaltensmaßregeln zum Aufenthalt in der Natur, Umweltschutz allenfalls als Müllsammelaktion – das kann nicht ausreichen, um eine lebendige Beziehung zur Natur zu entwickeln, der wir ja selber angehören. 

Gerade der Lebensraum Wald ist vielen Kindern nicht mehr aus eigener Erfahrung bekannt und wird – gefördert durch Pressekampagnen, die z.B. die Angst vor Zeckeninfektionen, Fuchsbandwurm und Hantaviren schüren – zunehmend angstbesetzt wahrgenommen. Das Bewusstsein darüber, dass eine lebendige, vielfältige Umwelt Grundvoraussetzung für eine lebenswerte Zukunft für uns und die nachfolgenden Generationen ist, kann sich aus Mangel an persönlicher Erfahrung mit der Natur nicht mehr ausreichend entwickeln. Kinder brauchen aber den persönlichen Umgang mit der lebendigen, sie umgebenden Natur, um sich selbst als einen Teil von ihr zu begreifen, um die Natur lieben zu lernen und zu lernen, wie sie in angemessener Weise genutzt werden kann. Die daraus entstehende Sensibilität schafft den Nährboden für Naturschutz- interesse, denn was man liebt, das schützt man.